Blogeintrag: THE SESSION AFTER TOMORROW
Silvesterlauf 🏁✔️
Wie fühlst du dich? Zufrieden mit deiner Leistung? Wie war dein Training in den letzten Wochen?
Lange Zeit dachte ich, dass sich Einsatz nur dann lohnt, wenn er wehtut. Wenn ich nicht völlig erschöpft war, hatte ich das Gefühl, nicht genug getan zu haben. Mehr arbeiten. Härter pushen. Nicht stehen bleiben. Irgendwann scheint es normal, Müdigkeit als Beweis dafür zu sehen, dass es voran geht?
Das funktioniert – zumindest eine Zeit lang.
Bis sich die Tage schwerer anfühlen. Nicht dramatisch. Eher dumpf. Die Motivation wird weniger. Der Fokus rutscht weg. Und irgendwann taucht die Frage auf: Soll sich Fortschritt wirklich so anfühlen?
Ich muss dabei immer wieder an das Folgende Mindset denken:
Die wichtigste Einheit ist immer die Nächste. Was das für mich bedeutet… Nicht die härteste Einheit. Nicht die, nach der nichts mehr übrig ist. Sondern die Nächste, zu der man wirklich wieder erscheinen kann.
Im Training bedeutet früher aufzuhören nicht aufgeben. Es ist eine Entscheidung. Eine leise. Man hört auf, solange die Bewegung noch sauber ist, solange Kontrolle da ist, solange noch etwas für morgen bleibt.
Irgendwann habe ich mich gefragt, was passieren würde, wenn ich Arbeit und Leben ähnlich behandeln würde. Also habe ich angefangen, Tage bewusst unfertig zu lassen. Aufzuhören, solange der Kopf noch klar ist. Genug zu tun, um voranzukommen, aber nicht so viel, dass der Rhythmus bricht.
Am Anfang fühlt sich das falsch an. Fast so, als würde ich das System austricksen oder einen Schritt überspringen. Aber mit der Zeit hat sich etwas verändert.
Ich bin am nächsten Tag ohne Widerstand gestartet. Und am Tag danach, ohne mich zwingen zu müssen.
Der Fortschritt ist nicht verschwunden. Im Gegenteil. Er wurde langsamer, irgendwie echter. Ich glaube nicht mehr, dass langfristiger Erfolg daraus entsteht, jeden Tag hart zu sein. Ich glaube, er entsteht daraus, den eigenen Punkt zu finden. Den Bereich, in dem Einsatz sich ehrlich anfühlt und morgen noch möglich bleibt.
Das ist was ich ins neue Jahr mitnehme: Nicht mehr Druck. Nicht mehr Grind.
Sondern ein besseres Gefühl dafür, wann es Zeit ist zu pushen und wann aufzuhören. Denn genug für heute, damit ich morgen auch wieder stark sein darf.
01 Jan 2026